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So vermeidet man Fehler bei der Kantenbearbeitung

Unter den mehr als 60 bestens geschulten Vertriebsmitarbeitern bei Ostermann befinden sich zahlreiche ausgebildete Schreiner und Schreinermeister. Diese werden in ihrer täglichen Praxis immer wieder mit unterschiedlichen Fragen zur perfekten Verarbeitung von Möbelkanten konfrontiert. Hier geben sie wichtige Praxistipps.

Tipps und Tricks

Tipp 1 - Vorsicht bei Kälte und Zugluft

Durch Kälte oder Zugluft kommt es immer wieder zu Verklebungsfehlern. Die Temperatur in der Werkstatt sollte deshalb immer mindestens 18°C betragen. Muss der Schreiner in der Werkstatt eine Jacke tragen, ist es für die Verklebung von Kanten in der Regel zu kalt. Im Winter sollten neu gelieferte Platten oder Kanten immer erst 24 Stunden bei Raumtemperatur lagern, um zu akklimatisieren. Aber auch im Sommer kann es zu Problemen bei der Haftung der Möbelkanten kommen. Hier gilt es vor allem Zugluft zu vermeiden, da der aufgetragene Schmelzkleber sonst zu schnell abkühlt und keine Klebekraft aufbauen kann.

Tipp 2 – Leimbecken und Leimauftragswalze regelmäßig reinigen

Durch die Ablagerung von Klebstoff- oder Spanresten reduziert sich der gewünschte Klebstoffauftrag. Wichtig ist es deshalb, das Leimbecken und die Leimauftragswalze regelmäßig zu reinigen. Hierfür gibt es für jeden Klebstofftyp passende Reiniger.

Tipp 3 – Leimauftrag prüfen

Wird an der ersten Andruckrolle nicht genügend Druck auf die Kante gebracht, verdrückt sich der Kleber nicht richtig und verbindet sich nicht ausreichend mit der Kante. Die Kante kann nicht richtig haften. Bereits an der zweiten Andruckrolle hat sich der Kleber dann zu stark abgekühlt, um eine feste Verbindung mit Platte und Kante einzugehen. Um den Kleberauftrag und Rollendruck zu prüfen, liefert Ostermann eine transparente Testkante ohne Primer. Es gibt sie in den Breiten 23 und 43 mm und in der Stärke 0,4 mm.

Tipp 4 - Echtholzkanten benötigen mehr Leim

Echtholzkanten haben grundsätzlich mehr Eigenspannung. Hier muss der Kleber mehr leisten. Sie können zwar maschinell mit allen marktüblichen Schmelzklebern (EVA, PUR, PO) und manuell mit REDOCOL Kantol greenline verklebt werden, benötigen aber mehr Leimauftrag. Bei der maschinellen Bearbeitung empfiehlt Ostermann einen Leimauftrag von ca. 200 - 300 g/m2. Alle Ostermann-Starkfurniere (1 und 2 mm) sind zusätzlich mit Haftvermittler (Primer) versehen. Im Vergleich zu Furnierkanten ohne Primer zeigen geprimerte Kanten wesentlich bessere Haftungseigenschaften. Wenn möglich, sollte man die Laufrichtung der Auftragswalze in den Gegenlauf stellen. Dies führt zu mehr Leimauftrag, einer größeren Leimauftragsfläche und somit zu einer besseren Haftung der Kanten.

Tipp 5 – PUR-Schmelzkleber für Küchenmöbel

Für Badmöbel ist die Verarbeitung mit PUR-Klebstoffen inzwischen Standard. Aber auch wer hochwertige Küchenmöbel bauen möchte, sollte über die Verwendung von PUR-Klebstoffen oder modernen Nullfugen-Technologien nachdenken. Wasserdampf und Hitze setzen den herkömmlichen EVA-Leimfugen mit der Zeit zu. Denken Sie zum Beispiel an die immer beliebter werdenden Espressomaschinen oder Dampfgarer, die in der Regel auf der Arbeitsplatte unter den Hängeschränken stehen. Oder an den Wasserkocher. Sind besonders hohe Wasser- und Wärmestandfestigkeit vonnöten, sind Verleimungen mit PUR-Klebstoffen einfach unumgänglich. Besonders attraktiv ist hier der Kantomelt PUR von REDOCOL.

Tipp 6 – Reinigung nach PUR-Gebrauch

Um Leimbecken und Auftragswalze nach der Verwendung von PUR-Schmelzkleber zu reinigen, verraten die Ostermann-Experten gerne einen Trick: So sollte man PUR-Kanten besser am Ende des Arbeitstages anfahren und nach der Arbeit den passenden Reiniger ins Leimbecken geben. Die Walze sollte man so lange in Betrieb halten, bis der eingefärbte Reiniger die Leimauftragswalze bedeckt. Danach kann man die Maschine abstellen. Nun sollte man mehrere kleine Holzstäbchen wie Eisstiele in den noch warmen Kleber stecken. Am nächsten Morgen kann das Leimbecken erhitzt und der ausgehärtete Kleber mit Hilfe der Stäbchen einfach entfernt werden. Wichtig: Auch die Reiniger-Reste an der Leimauftragswalze entfernen! Hierzu kann man am besten mehrfach das Reststück einer möglichst starken Spanplatte mit einem Reststück einer passenden Kante anfahren.

Tipp 7 – Massive Aluminiumkanten erwärmen

Kanten aus massivem Aluminium sind besonders elegant und hochwertig, allerdings auch etwas anspruchsvoller in der Verarbeitung. Sie sollten auf jeden Fall mit PUR- Kleber angefahren werden. Vor dem Anfahren ist die gesamte Kante in der Heißpresse oder einer anderen Wärmequelle auf ca. 45-50 °C zu erwärmen, damit der Kleber nicht zu schnell abbindet. Ein sehr dünnes Auftragen von Teflonöl auf die beidseitigen Fräsränder der Kante erleichtert das Abfräsen. Achtung: Das Öl darf nicht auf die Klebeseite gelangen! Den Auflageteller für die Aluminiumkante kann man auch mit einem Heißluftgerät erwärmen, um die Kante gleichmäßig temperiert zu halten. Eine Alternative zu massiven Aluminiumkanten sind ABS Kanten mit Echtaluauflage. Diese sind genauso einfach zu verarbeiten wie klassische ABS Kanten.

Weitere Schreinertipps gibt es auf der Ostermann-Webseite unter Services sowie unter OstermannTV. Bei individuellen Fragen stehen die Ostermann-Experten auch gerne telefonisch zur Verfügung.